My Items

I'm a title. ​Click here to edit me.

Start frei für den weltweit ersten mobilen Quantencomputer

Start frei für den weltweit ersten mobilen Quantencomputer

Das Technologie-Start-up SaxonQ (The Mobile Quantencomputing Company), ein Spin off der Universität Leipzig, startet die wohl spannendste Technologiereise des Jahres mit dem weltweit ersten mobilen Quantencomputer. Mobil ist hierbei wörtlich zu verstehen. Denn der Quantencomputer der SaxonQ ist nicht nur klein genug, um erstmals in einem Automobil verbaut zu werden, sondern er arbeitet vollständig kühlungsfrei. Auch bei Zimmertemperatur. Eine echte Revolution. Herkömmliche Quantencomputer sind bis dato riesig, weil sie aufwendige Kühlung benötigen, die die empfindlichen Superpositionen in den Quantenchips erhalten. Die Kühltechnik und Steuerungstechnik nehmen den größten Teil des Bauvolumens dieser Quantencomputer ein. Eine mobile Nutzung schließt das bisherige Prinzip damit von vornherein aus. Anders bei der SaxonQ: Der mobile Quantencomputer der SaxonQ ist kaum größer als ein PC. Möglich macht diese Miniaturisierung die NV-basierte Technik mittels Diamanten. NV-Zentren sind dabei gezielt erzeugte Stickstoff-Leerstellen in Diamanten, die bereits bei Raumtemperatur quantenphysikalische Effekte erzeugen. Die SaxonQ verfügt über die entsprechenden Rechte an allen notwendigen Patenten. Damit aus „Entwickelt in Deutschland“ auch „Made in Germany“ wird, hat die SaxonQ jetzt ein Seed-Investment der Q.24 GmbH, einer mittelständischen deutschen Investorengruppe, erhalten. Auf dem Photo präsentieren sich die Gründer der SaxonQ mit den Investoren der Q.24, zu denen ich glücklicherweise gehören darf. Mehr über die SaxonQ unter www.saxonq.com.

Metaversum und Metaverse-Geschäftsmodelle

Metaversum und Metaverse-Geschäftsmodelle

Nicht nur Facebook, auch weitere Technologie-Giganten wie Google, Epic Games, Microsoft oder Tencent, investieren jedes Jahr Milliarden von Dollars in virtuelle Parallelwelten. Dabei geht es nicht nur um eine neue Form von sozialen Communities oder VR- (also virtuelle Realität) Spielen, sondern um eine neue Dimension digitaler Geschäftsmodelle, den sogenannten Metaverse-Geschäftsmodellen. Facebook hat sich aber mit seinem neuen Holdingnamen „Meta“ gleich die Marken-Poolposition für die neuen virtuellen Parallelwelten gesichert. Denn schon 1992 hat der Autor Neal Stephenson mit seinem schon damals sehr beachteten Science-Fiction-Roman „Snow Crash“ den Begriff „Metaversum“ geprägt. Hierunter verstehen wir laut Wikipedia einen „digitalen Raum, der durch die Konvergenz von virtueller, erweiterter und physischer Realität entsteht“. Der Begriff selbst ist dabei ein Kofferwort aus der Vorsilbe meta‑ (in der Bedeutung „jenseits“) und Universum, mit Bezug auf virtuelle 3D Realitäten, quasi als Nachfolger des Internets. Hier können Menschen dank ihrer programmierbaren Avatare in einer digitalen Welt in Echtzeit untereinander interagieren und allen möglichen Beschäftigungen nachgehen, die man auch aus der realen Welt kennt. Schon lange vor Neil Stephensons Buch gab es mit dem Commodore C64 Netzwerkspiel „Habitat“ im Jahr 1985 ein erstes Metaversum (mit einer ähnlichen Grafikoberfläche wie später „The Sims“), gefolgt dann 2003 von dem berühmten online Spiel „Second Life“, in welchem bereits Menschen mittels Avataren miteinander interagieren. In den letzten Jahren haben sich weitere Computerspiele (wie „The Sandbox“ oder „Decentraland“) zu digitalen Parallelwelten entwickelt, in denen sogar Grundstücke und andere Objekte gehandelt und gekauft werden können. So hat das Metaversum schon lange nichts mehr nur mit reinen Computerspielen zu tun. Gemäß Statista benutzten im letzten Jahr rund 17 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahren hin und wieder Virtual-Reality-Brillen für den Zugang zu digitalen Parallelwelten. Weitere 41 Prozent können sich vorstellen diese Technologie in Zukunft häufiger zu nutzen. Dabei kommt es vor allem zu den folgenden Anwendungen mit einer doch erstaunlichen breiten Intensität verschiedener Anwendungsfälle: Videospiele (77%), Virtuelles Reisen - auch aufgrund der Reisebeschränkungen während der Pandemie (71%), Filme (56%), virtuelle Teilnahme an Musikkonzerten (39%), eigenes VR-animiertes Workout und Sport (37%), das Ansehen von Sportereignisse (20%), Bildung (16%), Wohnungs- bzw. Hausplanung (15%), Besuch von Museen, Ausstellungen oder Messen (12%) sowie zur Entspannung (9%). All diese Anwendungen indizieren neue praktische Geschäftsmöglichkeiten dank moderner digitaler Geschäftsmodelle! So benötigt der bereits erwähnte Handel von Grundstücken oder anderen Objekten digitale Geschäftsmodelle mit neuartigen Kundennutzen (engl. Value Propositions) sowie kreativen Erlösmodellen mit (immer häufiger Blockchain-basierten) digitalen Schutzrechten und kryptischen Währungen, durch welche digitale Güter über virtuelle Marktplätze gehandelt, beworben und verkauft werden. Bei Decentraland gibt es dafür die Kryptowährung MANA, um eines der über 90.000 Grundstücke zu kaufen. Neue technologische Entwicklungen wie fungible oder nicht-fungible Tokens (NFT), Smart Contracts oder dezentralisierte Apps (dApps) werden auch hier weitere wichtige Impulse für neue Geschäftsmöglichkeiten geben. Diese Wirtschaftssysteme repräsentieren zudem immer mehr die schon in früheren Blogs erwähnte vierte Generation digitaler Plattformen, den sogenannten digitalen Ökosystemen. In ihnen entsteht die Erbringung von Leistungen erst durch das Zusammenspiel der einzelnen voneinander unabhängigen Partner, die sich nicht alle direkt, sondern lediglich über Knotenpunkte kennen müssen. Es geht um die gemeinsame Wertschöpfung und Innovation dank stabiler Netzwerke und einem kooperativen Verhalten auf Basis einer zentralen Plattform. Schon heute sind Apple’s IOS bzw. Google’s Android solche digitale Ökosysteme, bei denen die Leistungserbringung in einem intensiveren Miteinander und in umfänglicheren wechselseitigen Interaktionen stattfindet. Hier kann eine Unmenge von Entwicklern nicht nur ihre eigenen Softwareprodukte kreieren, sondern auch direkt eine Vielzahl von Nutzern erreichen. Sie brauchen dabei keine eigenen Abrechnungs-, Mahn- oder Marketingsysteme, da Apple bzw. Google dies übernehmen. Die Kunden begrüßen umgekehrt das immer breitere Produktangebot, welches Apple oder Google gar nicht hätte allein bereitstellen können. So kommt es zu immer neuen Innovationen und Wertschöpfungen. Richtige Metaversum Ökosysteme sind hingegen heute schon Facebook Horizon oder das weltweit führenden Online Spiel von Epic Games „Fortnite“. Fortnite ist schon heute ein Ort, an welchem Millionen von Menschen das Gefühl erleben, nicht nur synchron und in Echtzeit, sondern auch räumlich anwesend mit anderen Menschen zu sein. Während der sogenannten Rift Tour konnten beispielsweise Millionen von Fans über Fortnite synchron ihren Superstar Ariane Grande erleben und aktuell läuft in dem Epic Ökosystem die Soundwave-Reihe mit Konzerten von Künstlern wie Mohamed Hamaki, Tones and I, Emicida, Gen Hoshino sowie Aya Nakamura. All diese Partner entsprechen dem Grundgedanken eines Ökosystems, bei welchem dank Kollaborationen und Crossovers mit weiteren Unternehmen (auch Wettbewerbern!) ständig neue Nutzen (wie weitere Spielmöglichkeiten, Charaktere oder gar neue Anwendungen) für die Anwender entsehen. Genauso bei dem schon erwähnten Metaversum Spiel „The Sandbox“: Hier existieren Partnerschaften beispielsweise mit den Unternehmen adidas, Warner Music Group, Atari und PwC Hongkong, mit den Musikproduzenten deadmau5 oder Snoop Dogg, den Comicserien Pororo, Shaun das Schaf, The Walking Dead, den Glücksbärchis und den Schlümpfen. Übrigens: Bezahlt wird, wie schon vorher bei Decentraland, auch bei Fortnite mittels einer eigenen virtuelle Währung (hier namens V-Bucks). Dem Initiator und Betreiber eines Ökosystems geht es aber um noch viel mehr als die reine Monetarisierung von Kundennutzen: Dank enormer Netzwerk- und Kosteneffekte realisiert der Betreiber eines Ökosystems eine maximal intensive Kundenbindung (sog. Lock-In Effekt) mit unvorstellbaren Wettbewerbsvorteilen. Unterstützt wird dies aus unfassbaren Dateneffekten, da der Betreiber die Transaktionen und Interaktion aller Teilnehmer (wie Entwickler/Lieferanten, Konsument, Werbepartner, Dienstleister etc.) sieht und aus ihnen maximal umfangreiches Wissen generieren und monetarisieren kann. Kommen wir noch einmal auf Facebook zurück: Nachdem das Unternehmen mit seiner Stable-Coin Währung „Libra“ keinen Erfolg hatte, baut man nun mit „Meta“ ein noch viel intensiveres Ökosystem auf. Immer geht es um den zentralen Berührungspunkt (engl. Touchpoint), über den jeder Nutzer gehen muss und seine Datenspuren hinterlässt. Wer diesen „Single Point of Contact“ beherrscht, kontrolliert das gesamte Wirtschaftssystem seiner Anwender und Nutzer, hat als einziger den gesamten Marktüberblick und kann maximalen Gewinn ziehen. Schauen wir nun noch kurz in die nahe Zukunft, so ergeben sich neben den bereits oben aufgeführten Anwendungen noch viele weitere praktische Geschäftsmöglichkeiten dank digitaler Geschäftsmodelle, wie in den Bereichen eLearning, eHealth, eGovernment, eCollaboration oder eConstruction. Es bleibt an uns und unseren Firmen, rechtzeitig neue Ideen für digitale Metaversum-Geschäftsmodelle zu entwickeln, um sie dann entweder über die US-amerikanischen Ökosysteme anzubieten oder noch besser auf zukünftig virtuellen, pan-europäischen Parallelwelten zu vermarkten.

Digitaler Zwilling, 3D Druck und Blockchain

Digitaler Zwilling, 3D Druck und Blockchain

In dieser KurzNachgefragt Podcastfolge diskutiere ich mit Janis Kretz aus dem Kompetenzzentrum der additiven Fertigung der Daimler Truck AG über die Funktion von digitalen Zwillingen (engl. digital Twins). Wir kommen dabei auf die Komplexität der auch als digitalen Schatten bezeichneten Datenformate, die Sicherung von digitalen IP-Schutzrechten im Rahmen des Urheberschutz sowie der Produkthaftung, auf Disruptionen in den Wertschöpfungsketten mittels Dematerialisierung und dezentraler Produktion, aber auch auf die zusätzlichen Vorteile mittels der Blockchain Technologie im Rahmen der Nachverfolgbarkeit und (micro payment) Bezahlung. Manche der diskutierten Themen sind noch im Versuchsstadium, manche werden schon in Kürze marktfähig sein und manche brauchen noch etwas länger. Aber sicher ist die Notwendigkeit, sich nicht nur an neue Technologien, sondern besonders an neue Geschäftsmodelle anzupassen. Hören Sie doch einfach mal rein..... zu finden auf allen bekannten Podcast Streaming Diensten oder direkt unter ...

DIGITAL L€ADERS: erfolgreich in vielen deutschsprachigen Ländern und nun auch auf GetAbstract

DIGITAL L€ADERS: erfolgreich in vielen deutschsprachigen Ländern und nun auch auf GetAbstract

Digital Leaders aus dem Gabal Verlag - erfolgreich in vielen deutschsprachigen Ländern: In Österreich ein Bestseller, empfohlen in der Schweiz und auch auf GetAbstract verfügbar.

Die Evolution des Managements

Die Evolution des Managements

In der digitalen Transformation ändern sich Geschäfts- und Führungsmodelle: Es vollzieht sich eine Evolution des Managements. Die Würdigung von auch kleinen Projektfortschritten (Anerkennung), überhaupt die Bereitschaft zu kleinen Schritten (Akzeleration) mit noch nicht perfekten, jedoch seriösen Lernerfolgen (Agilität), die Fähigkeit zur kontinuierlichen Anpassung an sich ändernde Marktgegebenheiten (Adaptabilität), die ehrliche Delegation von Aufgaben und Verantwortung an die jeweiligen Experten einer Organisation (Autonomie), die Ausrichtung dezentraler Strukturen (Alignment), der Umgang mit den Ängsten der Betroffenen (Antifragilität) sowie die Balance zwischen Optimierung und Erneuerung (Ambidextrie), auch mittels Perspektiven- und Paradigmenwechsel (Abenteuerlust) – all diese neun Grundregeln der modernen Führung sind die Basis, um mit der Digitalisierung Geld zu verdienen. Diese neun Prämissen bedeuten zudem eine Evolution des Managements. Der Duden definiert den Begriff »Evolution« als eine langsame, bruchlos fortschreitende Entwicklung großer oder großräumiger Zusammenhänge. Und genau solch eine langsame, fortschreitende Entwicklung vollzieht sich bei den Grundregeln der modernen (Unternehmens- und Personal-)Führung. Viele der in meinem neuen Buch „DIGITAL L€ADERS“ aufgezeigten Prämissen, Leitbilder und Methoden sind nicht grundlegend neu. Sie wurden bereits vor Jahrzehnten theoretisch erdacht und erstmals in Trendsetterunternehmen wie Amazon, Google, Zalando, Scout24 oder Spotify ausprobiert. Doch wuchsen erst mit der Zeit die Akzeptanz und das Verständnis für ihre Vorteile und Notwendigkeit. Denn wer den digitalen Wandel und die digitale Transformation aktiv mitgestalten möchte, der benötigt diese neun Prämissen der modernen Führung. Wer hingegen an alten Führungsmodellen festhält, läuft Gefahr, von neuen Kundenanforderungen, neuen Technologien, neuen Geschäftsmodellen, neuen Wettbewerbern, neuen Standards und neuen Regulationen vom Markt gedrängt zu werden. Wie aber sahen die früheren Modelle zur Führung von Unternehmen aus? Kann man wirklich von einer Evolution des Managements sprechen? Wir reden heute von Industrie 4.0, manche auch von Management 4.0 bzw. Führung 4.0. Doch haben wir wirklich schon die vierte Stufe des Managements erreicht? Eher nicht: Wir kommen erst langsam in die zweite Entwicklungsstufe des Managements! Starten wir mit dem Management 1.0, dem Taylorismus bzw. »Scientific Management«, entwickelt von Frederick Winslow Taylor (1856–1915), dem Vater der wissenschaftlichen Betriebsführung. Nach diesem Ansatz galt – und gilt in manchen Firmen immer noch – die Ansicht, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens lediglich als Produktionsfaktoren zu sehen sind, deren Effizienz auf der Basis von Arbeitsbewertung und leistungsgerechter Entlohnung zu steigern ist. Die Effizienz führt zu Kostenvorteilen als Grundlage für das eigene Unternehmenswachstum. Ziel sind große Marktanteile und daraus resultierende mengenmäßige Kostenvorteile (sog. Skaleneffekte), dank der das Unternehmen attraktive Preise bieten und Kunden gewinnen kann. Wir Menschen werden weiterhin als ein reiner Produktionsfaktor gesehen, der mithilfe von Best-Practice-Referenzen seine Leistung steigern soll. Die Wettbewerbsfähigkeit resultiert aus dem Kopieren und Nachahmen innovativer Ansätze von anderen. Eigene Kreativität, ein möglicher Perspektiven- oder gar Paradigmenwechsel sind gar nicht gewünscht. Man vergleicht sich mit dem Besten und ist dann stolz, wie dieser zu sein. Dass damit aber alle wieder nur vergleichbar sind, wird vergessen. Es dominiert der Mainstream, ohne eigene Alleinstellungsmerkmale. So rutschen all die Firmen, die einen reinen Benchmarking-Ansatz verfolgen, immer mehr in den Sumpf der Vergleich- und Austauschbarkeit. Anders nun die zweite Entwicklungsstufe des Managements, das Management 2.0. Basierend auf dem Grundprinzip der Delegation, wie schon in Druckers »Management by Objectives« oder dem deutschen Harzburger Modell vor Jahrzehnten angedacht, fördern moderne Manager eine Balance von dezentraler Autonomie und Eigenverantwortung, (fachlichen und sozialen) Kompetenzen, zentralen und langfristigen Visionen, Missionen und Strategien der Unternehmen. Die Anpassung an sich gerade im Rahmen der digitalen Transformation ständig verändernde Kunden- und Mitarbeiterbedürfnisse, sich weiter entwickelnde digitale Technologien, neue Geschäftsmodelle und Wettbewerber sowie Regulationen vollzieht sich dank dem Verständnis einer notwendigen Ambidextrie, den Methoden zur Beschleunigung und Wendigkeit, doch vor allem auch aufgrund der Bereitschaft zum regelmäßigen Perspektiven- und Paradigmenwechsel (Abenteuerlust). Wer diese Parameter berücksichtigt, der kann den digitalen Wandel aktiv für sich nutzen, neue Wettbewerbsvorteile generieren, an Attraktivität am Arbeits- und Kapitalmarkt gewinnen und als Unternehmen mit viel Spaß, Freude und Genugtuung der Zukunft entgegensehen.

DIGITAL L€ADERS: Nun auch im Buchhandel!

DIGITAL L€ADERS: Nun auch im Buchhandel!

Digital Leaders aus dem Gabal Verlag: Nun ist es endlich im stationären und Online-Buchhandel verfügbar!. Und für alle die sich über meine Kerngedanken vorab informieren möchten gibt es (1) bei 4Investors einen kurzen Artikel (2) diese kurze Einführung-Podcastfolge.

Sieben Arten an digitalen Plattformen – Was sind eigentlich Auto1, Scout24 oder Siemens Mindsphere?

Sieben Arten an digitalen Plattformen – Was sind eigentlich Auto1, Scout24 oder Siemens Mindsphere?

Um das Thema Plattformen ist ein wahrer Hype ausgebrochen. Nachdem elf der aktuell zwanzig wertvollsten globalen Firmen Plattformen und nicht mehr wie früher Ölproduzenten, Händler oder Banken sind, wollen viele Firmen nun selbst auch eine Plattform werden oder bezeichnen sich bereits als eine solche. Dabei existieren bereits sieben verschiedene Arten von digitalen Plattformen, die den vier unterschiedlichen Generationen zuzuordnen sind. Die erste Generation an digitalen Plattformen im Sinne der Plattformökonomie stellen die transaktionszentrierten Plattformen dar. Hier ist der Name Programm, indem der Fokus wirklich auf der reinen Transaktion (wie ein Angebot, Kauf, Verkauf oder Tausch) liegt. Gleich drei verschiedene Plattformtypen repräsentieren diese erste Stufe der Plattformökonomie: die Marktplätze, On-Demand-Service Plattformen sowie die Directory Plattformen. Gerade mit den (digitalen) Marktplätzen, wie AirBnB, WirKaufenDeinAuto.de von Auto1 oder Lieferando, verbinden die meisten Interessierten den Begriff einer digitalen Plattform. Hier steht eine Transaktion im Fokus, bei der sehr viele unterschiedliche Anbieter ihre Sortimente (z.B. Hotelzimmer, Konsumgut oder Lizenz) zu ihren eigenen Preisen und Lieferkonditionen anbieten, wobei die gesamte Transaktion (inklusive Bezahlung, Rechnungsstellung und Lieferung) über den Marktplatz arrangiert wird. Anders bei den sogenannten Directory (bzw. auch „Classified“) Plattformen: hier finden nicht wie bei den Marktplätzen die eigentlichen Transaktionen innerhalb, sondern außerhalb der Plattformen statt. Unter dem englischen Begriff „directory“ versteht man ein Verzeichnis bzw. einen Katalog, und genau um einen solchen Katalog handelt es sich bei den Beispielen Immowelt, Monster, Tinder oder MyHammer. Hier findet lediglich über ein digitales Verzeichnis die Zusammenführung der an einer Transaktion interessierten Teilnehmer statt, während sich die eigentliche Transaktion (wie der Kauf oder die Anmietung einer Immobilie, die Übernahme einer neuen beruflichen Herausforderung oder die Zusammenarbeit mit einem Handwerker) direkt zwischen den Transaktionsteilnehmern vollzieht. Der dritte Plattformtyp innerhalb der transaktionszentrierten Plattformen ist die On-Demand-Service Plattform. Unternehmen wie Uber, Soundcloud, Zoom, Minecraft oder PayPal bieten als Plattformen nicht nur eine transaktionszentrierte Infrastruktur, sondern auch eine zentrale Dienstleistung mit eigener Preishoheit. So fährt der Uber-Fahrer zwar als selbständiger Anbieter seiner Fahrleistung und seines eigenen Wagens einen Uber-Fahrgast, doch entscheidet Uber als On-Demand-Service Plattform über die Transaktionspreise und -Regelungen. Bei der zweiten Plattformgeneration überschneiden sich die Rollen der Plattform-Teilnehmer: Kunden können sowohl Nachfrager als auch Anbieter bzw. Lieferanten auch Kunden sein (sog. Multi-Side Effekt). Zwei Plattformtypen repräsentieren diese Multi-Sided Plattformgeneration: die Interaction-Plattform sowie die Content-Crowdsourcing Plattform. Während sich bei sozialen Medien wie Facebook, Clubhouse bzw. einem Nachrichtendienst wie WhatsApp oder Signal die Interaktion auf der Interaction-Plattform zwischen sich bekannten Anwendern stattfindet, erfolgt der Informationsaustausch bei einer Content-Crowdsourcing Plattform wie Wikipedia oder TripAdvisor zwischen anonymen Massen. Ab der dritten Plattformgeneration steht die Datenzentrierung, also die datenbasierte Vernetzung, im Vordergrund. Zwei Plattformtypen charakterisieren sehr passend diese dritte Generation an datenzentrierten Plattformen: die Aggregatoren und die Technologie-Plattformen. Bei den Aggregatoren (wie bei Amazon, Google oder Immobilienscout24) werden externe Inhalte (wie Nachrichten, Informationen oder Empfehlungen) nicht nur gesammelt, sondern zusammen mit weiteren Daten (wie besuchte Angebote, echte oder abgebrochene Käufe) ergänzt, aggregiert und dann zu einem neuen Leistungsangebot im Sinne des „Matchmakings“ verpackt. Spätestens bei den Aggregatoren geht es gar nicht mehr darum, wer eine Ware oder eine Information (wie Wissen oder Nachricht) anbietet, sondern wer die Hintergrunddaten über die Transaktion (wie Kunde und Preis) erhält. Aggregatoren-Plattformen benötigen gar keine externen Marktforschungsdaten, sie bedienen sich an ihrem eigenen Datenbestand und sehen alle Wettbewerbsaktivitäten, Kundenbedürfnisse und identifizieren damit ihre eigenen Schwächen und Chancen. Die zweite Form einer datenzentrierten Plattform sind die Technologie (bzw. IoT- oder Utility-) Plattformen, wie Amazon Web Service (AWS), Microsoft’s Azur, Bosch IoT Suite, SAP Leonardo oder Siemens Mindsphere oder die deutsche Immobilien-Datendrehscheibe Realcube. Hier geht es um eine Infrastruktur zum Verknüpfen von Software und Applikationen, oder gar als Basis des Internets der Dinge (engl. Internet of Things – IoT). Die Plattformen ermöglichen dabei einen reibungslosen, systemübergreifenden Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Datenquellen und -Empfängern, als Basis zur Steuerung und Analyse von Daten. Manche der Technologie-Plattformen, aber vor allem auch der siebte Plattformtyp der Computing Plattformen, repräsentieren die vierte Entwicklungsstufe bzw. Generation an digitalen Plattformen: digitale Ökosysteme. Denn hier kann sich ein Anwender kaum noch der Attraktivität und Sog-Wirkung einer Infrastruktur entziehen. Bei den Computing-Plattformen, wie Apple’s IOS Betriebssystem (inkl. Apple Store) oder Google’s Android, kreieren eine Unmenge von Entwicklern eine Vielzahl neuer (Software-) Produkte und erreichen damit eine enorme Anzahl von Nutzern, denen wiederum eine Vielzahl von weiteren Dienstleistern (z.B. für die Logistik oder Abrechnung) zur Verfügung stehen. Dieser Artikel erschien im Rahmen meiner monatlichen 4Investors Rubrik. Lesen Sie hier....

Mythos Plattformökonomie – Es kann nicht nur (digitale) Plattform geben!

Mythos Plattformökonomie – Es kann nicht nur (digitale) Plattform geben!

Digitale Plattformen und Ökosysteme liegen voll im Trend. Viele Unternehmen diskutieren, ob sie nicht auch eine Plattform wie Amazon, Scout24, Delivery Hero oder Flixbus werden sollen bzw. gar schon sind. Doch Achtung: Nicht jedes Unternehmen kann bzw. sollte eine Plattform sein! Denn neben Plattformen existieren noch mindestens zwei weitere strategische Positionierungen, die genauso geeignet sind, als Nutzenführer rentabel und nachhaltig Kundennutzen, Wettbewerbsvorteile und Wachstumspotentiale in Zeiten des digitalen Wandels zu generieren: die Positionierung als Funktionsspezialist oder als Systemintegrator. Funktionsspezialisten bieten als Pipeline Unternehmen ihren Kunden spezielle Mehrwerte, wie z.B. als Lehrer, Friseur, Handwerker, Maschinenbau- oder Transport-Unternehmen, in der Medizintechnik oder bei der Umsetzung von Industrie 4.0 Aktivitäten. Funktionsspezialisten sind – wie es ihr Name schon sagt – Experten und Nutzenführer in ihrem Bereich und profitieren von hohen Kompetenzen, Qualitätsbewusstsein, fortlaufenden Innovationen und nachweislicher Effizienz. Sie verfügen über verteidigungsfähige und nachhaltige Wettbewerbsvorteile. Keine Plattform kann ohne genügend Funktionsspezialisten funktionieren: Amazon benötigt die Autoren für die dort angebotenen Bücher sowie die Hersteller der vielen Industrie- und Konsumgüter, die auf dem Amazon Marktplatz angeboten werden. YouTube, Instagram oder TripAdvisor können ohne all die freiwilligen Lieferanten an Inhalten (Videos, Fotos oder Bewertungen) gar nicht existieren und Spotify benötigt die Musiker und ihre Labels als Anbieter des Contents dieser Plattform. Funktionsspezialisten profitieren von dem Prinzip der Netzwerkökonomie als auch – bei fairem Umgang – von der Plattformökonomie. Die digitale Vernetzung und der damit verbundene globale Zugang zu unterschiedlichen Kundengruppen, eröffnet manchem Funktionsspezialisten erst die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Auf einmal finden asiatische Popmusiker Zugang zu europäischen Fans, afrikanische Hersteller Interesse bei amerikanischen Geschäftskunden und europäische Freelancer die Möglichkeit, sich international zu positionieren. Funktionsspezialist sind auch jene Experten, die andere Funktionsspezialisten koordinieren und steuern. So überwachen in der Baubranche oft selbständige Bauleiter die Entwicklung von Bauwerken, externe Berater die Einführung einer neuen Softwarelösung oder externe Lektoren die Publikation einer Schriftenreihe. Diese Dirigenten oder Orchestratoren sind ebenfalls Funktionsspezialisten. Kommt es aber zu einer Übernahme der Haftung für die Fertigstellung eines Werkes, wie z.B. einer Immobilie oder einer Maschine, dann sprechen wir nicht mehr von der Rolle eines Funktionsspezialisten, sondern von einem Systemintegrator. Der Generalunternehmer verantwortet beispielsweise gegenüber seinem Bauherrn die erfolgreiche Fertigstellung einer Immobilie, der Fahrzeughersteller die Funktionsfähigkeit seines PKWs, der Computerhersteller die Leistungsfähigkeit seiner Server oder PCs. Sie alle sind Systemintegratoren und haften für die Qualität der Produkte. Dies setzen sie über zwei Wege um: Zum einen suchen Systemintegratoren eine intensive Wertschöpfungsdichte. Dabei behalten sie soweit möglich die Wertschöpfungskette nahezu in einer Hand, so dass wenig Fremdbezüge, geringe Transaktionskosten und Abhängigkeiten von externen Partnern entstehen. Sie profitieren dann zusätzlich von dem Wegfall der Marge der externen Partner. Als zweiter Weg existiert die intensiv überwachte Integration der Vorprodukte von unterschiedlichen Funktionsspezialisten. Bei dem Bau der Immobilie wirkten beispielsweise oft verschiedene, selbständig operierende Handwerker mit, oder bei der Erstellung der Fahrzeuge selbst große Zulieferkonzerne, die aber alle von dem Systemintegrator zu einem gesamtverantwortlichen Endprodukt zusammengefasst werden. Der Endkunde hat dabei immer einen zentralen, verantwortlichen Ansprechpartner, den er bei Qualitätsmängeln in Regress nehmen kann. So mancher Plattform Anbieter ändert gar mit der Zeit seine Positionierung von der Plattform zu einem Systemintegrator: Amazon investiert bereits seit einigen Jahren Milliarden Summen in die eigene Logistik (Flugzeuge, Lagerzentren, etc.), in die eigene IT-Intrastruktur (Amazon Web Services) und eigene Läden (Whole Foods, Amazon Fresh und Amazon Go). Damit verliert das Unternehmen den Vorteil der geringen Investitionskosten einer reinen Plattform, gewinnt aber Nutzeneffekte gegenüber seinen Kunden mit dem Ziel einer erhöhten Kundenbindung. Und auch die Skaleneffekte leiden bei Amazon, was aber bei den überragenden Gewinnen, die das Unternehmen für die letzten Jahre auswies, als Strategie aufgegangen sein sollte. Schlussendlich geht Amazon damit den Weg von einem Plattform-Anbieter zu einem hoch rentablen Systemintegrator mit angeschlossener Plattform sowie seinem eigenen Onlineshop als Funktionsspezialist. Hier der Link zu der entsprechenden Podcastfolge.

DIGITAL L€ADERS: Seit heute ist mein neues Buch offiziell!

DIGITAL L€ADERS: Seit heute ist mein neues Buch offiziell!

Digital Leaders aus dem Gabal Verlag: Seit heute ist mein neues Buch offiziell gemeldet und in einigen Tagen könnt Ihr es bereits im stationären und Online-Buchhandel vorbestellen. Und für alle die mich ein wenig kennen: Es gibt wieder einige neue Gedanken und Tools. Und hier schon eine Podcast-Aufnahme des GABAL Verlags mit mir über die Inhalte des Buches.

Value Chain Automation - Automatisierung in voller Breite

Value Chain Automation - Automatisierung in voller Breite

Automatisierung findet in modernen Firmen nicht nur in der Produktion und Fertigung statt, sondern über alle Bereiche eines Unternehmens. Firmen wie Daimler, Bosch oder Microsoft machen es vor: Ganz im Sinne von Michael Porter´s Wertschöpfungskette (Value Chain), gilt es zwischen sowie innerhalb aller Abteilungen und Prozesse die Produktivität zu steigern, Qualitäten zu standardisieren, Menschen zu entlasten, riesige Datenmengen zu verarbeiten, Verbesserungspotentiale zu identifizieren und komplexe Systeme überhaupt zu steuern. Egal ob in der Forschung und Entwicklung, der Logistik, dem Vertrieb und Service, Recht und Einkauf, dem Finanz- und Personalwesen, alle Unternehmensbereiche können dank der Automatisierung zentrale Wettbewerbsvorteile als Kosten- UND Nutzenführer erreichen. Starten wir mit der Forschung und Entwicklung mit vielen automatisierbaren Aufgaben, wie der Trend-Identifikation (z.B. anhand Patent-Recherchen), Steuerung von Massentest oder automatisiertem Workflow bei Auftragsarbeiten. In der Produktion gilt es die Produktionsplanung (mit Losgrößen, Terminen, Reihenfolgen und Materialbedarf) als auch die Produktionssteuerung (mit Auftragsfreigabe und -Überwachung) zu rationalisieren. In der Logistik geht es um die Vorrats-, Lager-, Transport-, Fuhrpark und Personalsteuerung, im Vertrieb (sog. Robotic Selling) und Marketing um alle Arbeitsschritte der Lead Generation, Sammlung und Verwaltung von Kundendaten (inkl. Customer Data Platform), Vertriebs- und Werbeerfolgsmessung sowie um die Analyse von Preiselastizitäten und Preisschwellen, und im Service um Self Service, Predictive Maintenance und um ein automatisiertes Order-, Reklamations- und Dokumentenmanagement. Betrachtet man die eher administrativen (Backoffice-) Tätigkeiten eines Unternehmens, so lassen sich auch dort viele Funktionen automatisieren, wie im Bereichen Finanzen die Rechnungs- und Bestellprüfung, das Mahn- und Zahlungswesen, die Überwachung der Bonität und Liquidität, das Reporting aber auch die Identifikation krimineller Handlungen (Fraud). Im Personalwesen hilft neben der Lohnabrechnung und Personalverwaltung das sogenannte Robot Recruiting bei der Suche, Auswahl und On-Boarding neuer Mitarbeiter, während im Rechtswesen die Vertragserfassung und Verwaltung nicht nur digitalisiert, sondern auch im Rahmen der aktuellen Rechtsprechung optimiert werden kann. Im Einlauf lassen sich Lieferanten in ihrer Qualität kontinuierlich bewerten (sog. Lieferantenrating) und im Facility Management (wie Reinigung und Müllentsorgung) übernehmen immer mehr Roboter Funktionen, die entweder für die Menschen körperlich zu schwer oder vom Umfeld zu unangenehm sind. Aber gerade die Menschen dürfen wir bei all der Automatisierung nicht vergessen: Denn die Automatisierung verschiebt die Funktionen der Menschen weg von Routinetätigkeiten hin zu Projektaufgaben. Dieser Effekt der Projektifizierung überlässt uns Menschen nur noch jene Aufgaben, bei denen wir dank unserer Kreativität, Intuition, Erfahrungen und dem kritischen Denken Mehrwerte in die Unternehmensprozesse und Leistungen bringen. Neben der (hoffentlich!) Steuerung von Gesamtsystemen, geht es mehr und mehr darum, dass wir als Menschen Ausnahmesituationen (wie eine besondere Kundenreklamation, eine neuartige Produkt- oder Prozessentwicklung, die Akquisition einer weiteren Kundengruppe oder den Aufbau eines neuen Geschäftsmodells) am besten proaktiv erfassen und im Rahmen von Projekten erfolgreich meistern. Meine Podcastfolge zur "Value Chain Automation" finden Sie hier ...

YouTube: Zauberwort Geschäftsmodell

YouTube: Zauberwort Geschäftsmodell

Der Begriff „Geschäftsmodell“ als neues Zauberwort beschreibt nicht nur die Art und Weise, wie ein Unternehmen dauerhaft Gewinne erwirtschaftet. Innovationen am Geschäftsmodell erlauben vielmehr die "Magie" der Steigerung der Einnahmen dank neuer Vergütungsmodelle, die erfolgreiche Umsetzung von Disruptionen auf Basis moderner Technologien, sowie die gleichzeitige Wettbewerbspositionierung als Kosten- UND Nutzenführer. Dieser kurze Beitrag über die Besonderheit und Bedeutung von Geschäftsmodellen im Rahmen des digitalen Wandels erstand in Zusammenarbeit mit meiner TOP100 Agentur "Speakers Excellence". Hier geht es zu dem Video...

Wachstums-Strategien für Unternehmen – einige Grundgedanken über Farben und Meere

Wachstums-Strategien für Unternehmen – einige Grundgedanken über Farben und Meere

Hier der Link zu einem aktuellen Beitrag von mir über die unterschiedlichen Wachstumsstrategien in Unternehmen, wie ich Sie in meinem aktuellen Buch ausführlich schildere. Viel Spass beim Lesen...